Qual der Wahl: Vom Buch zum Wissen

Bücher waren schon immer das Schönste für mich. Seit ich mich erinnern kann haben mich Familie und Freunde immer als Leseratte tituliert, die ohne ihre Bücher nicht leben kann.

Bücher haben mir immer schon die schönsten Abenteuer ermöglicht. Ich habe mit den Helden gelitten und gelacht, mich für sie gefreut und mit ihnen geträumt. Manchmal hat sich mir da schon die Frage gestellt, wie ein Leben ohne Bücher überhaupt möglich ist. Was immer mir in die Finger gefallen ist, habe ich gelesen. Dabei war es zweitrangig ob es sich um Romane oder Sachliteratur gehandelt hat.

Entsprechend wurde meine Wohnung auch immer mehr zur Bibliothek. In all den Jahren hat sich so einiges an Lesematerial angesammelt. Manchmal kamen dann schon so Gedanken durch, dass es doch ein klein wenig viel an Büchern sind, die sich auf relativ kleinem Raum drängen. Aber wie hätte ich sie weggeben sollen? Auch wenn ich die Bücher selten mehr als einmal lese, so ist der Gedanke sie einfach so im Müll zu entsorgen für mich unerträglich.

Natürlich spielte ich auch des Öfteren mit dem Gedanken über diverse Plattformen wie Amazon oder Ebay einen Verkauf zu tätigen, aber übers Herz bringen konnte ich es dann doch nicht. Der Gedanke eines der Bücher einzustellen und dann zu warten bis sich vielleicht ein Interessent meldet, empfand ich als viel zu grausam. Das brachte ich dann doch nicht zuwege. Für mich sind die Bücher schließlich wie meine Familie ein Teil meines Lebens.

Vor einiger Zeit titulierte ein guter Freund meine Wohnung schon mit "gepflegtem Chaos". Etliche der Bücher hatten inzwischen eine millimeterstarke Staubschicht angesetzt. Die Bücherregale waren wirklich schon etwas "zugemüllt". Von ihm kam dann eine Idee, die mir eine recht brauchbare Lösung bescherte. Seither ist das "Bücherchaos" auf ein akzeptables Maß geschwunden. Anfangs war es sehr schwer Bücher auszusortieren und über das Internet zu verkaufen, aber inzwischen muss ich zugeben, er hatte wirklich recht mit dieser Firma, die gebrauchte Bücher aufkauft. Es bringt nicht nur Geld für neue Bücher, sondern vor allem Platz, den ich dringend benötige.

Am schwersten fällt es mir bis jetzt eine Wahl zu treffen, welche Bücher ich nun behalte und welche ich hergebe. Aber auch das wird leichter. Auch wenn die Trennung nicht immer einfach ist, so ist es doch besser ein rascher Schnitt und gut ist es.

Einerseits vermisse ich die Berge an Büchern, die mir manchmal schon den Weg ins Badezimmer versperrt haben, andererseits wieder hat nun alles seinen geordneten Platz. Die Bücher, die ich immer mal wieder lese haben ihren bevorzugten Platz direkt neben meinem PC, als Ermahnung, sie sollen ja bleiben.

Bücher sind nicht umsonst Ideen, Phantasien und Leben ihrer Autoren. Loslassen können ist vermutlich das Schwerste beim Hergeben geliebter Dinge.